VL2 Kef

1923

Der Hängegleiter-Doppeldecker „Kef“ der akademischen Segelfliegergruppe Graz war eine Konstruktion der Gruppenmitglieder Geometer Flödl, cand. ing. Konrad Pernthaler und Ing. Spies. Es war dies der zweite Gleiterbau der Gruppe nach dem „Maulwurf“, einem einfachen Schulgleiter.

Kef-3s
Dreiseitenriß von Dipl.-Ing. R. Keimel, Technisches Museum Wien

 

  • Spannweite     5.5 m
  • Länge     3.2 m
  • Flügelfläche     11 m2
  • Gewicht     28 kg
  • Flächenbelastung     9 kg/m2

 

 

 

 

 

 
Es war bis dahin das kleinste österreichische Flugzeug überhaupt: Spannweite 5,50 Meter, Länge 3,20 m und 11,0 m2 Flügelfläche. Sie hatte nur eine Stabilitätsfläche statt einem Seitenruder, während Höhenruder und Klappen normal durch einen Knüppel betätigt wurden. Die beiden Tragflächen waren untereinander durch parallele Stiele verstrebt und durch Seilauskreuzungen verspannt. Der Flugzeugführer trug den Apparat beim Anlauf mittels zweier abgefederter Gurte am Rücken, während beim Fliegen er ebenfalls auf einem Gurt saß. Das Rumpfgerüst bestand aus drei fast parallelen Streben in einem dreieckigen Aufbau.
Als im Herbst 1923 die Erste österreichische Segelflug-Woche auf dem Waschberg bei Stockerau bei Wien vom 13. bis zum 21. Oktober fixiert worden war, bemühten sich die Gruppenmitglieder aus Graz und stellten den Gleiter bis zu diesem Termin fertig. Leider reichte es während der Konkurrenz nur zu kleinen Sprüngen, hauptsächlich deshalb, weil den Teilnehmern die Flugübung fehlte. Trotzdem gewann die Akaflieg Graz einen Preis in der Höhe von 7,5 Millionen Kronen, mit dem neue Flugzeuge gebaut werden konnten.
Zu Beginn des Jahres 1924 brachte man die „Kef“, und die „Maulwurf“ auf die Platte in der Nähe von Graz und begann mit systematischer Schulung, solange bis die aerodynamisch besser durchgebildeten Gleitflugzeuge fertiggestellt waren.

Kef
Hängegleiter Kef

Text: Dipl.-Ing. Reinhard Keimel, Technisches Museum Wien
Literaturhinweis: Zoffmann, H., ‚Kef‘ und ‚Maulwurf‘, in: Österr. Motor – Der Flug 1924, Heft 3, S.67. Zoffmann H. und Lanz H., Die Geschichte der Akaflieg Graz, zum 50-jährigen Bestehen am 14. Oktober 1971, 1921-1937 und 1938-1945, in: Mitteilungen des Verbandes der akademischen Fliegergruppen Österreichs (Veraflieg) Heft 3, Graz 1971. Archiv Dipl.-Ing. Hanns Zoffmann & Archiv Akaflieg Graz.